Der Kangal


Der Kangal
Umgangssprachlich hat sich der Name Kangal als Rassebezeichnung “eingebürgert“. Die tatsächliche Rassebezeichnung ist

Anatolischer Hirtenhund

                                                       Herkunftsland
Wie man schon aus dem Rassenamen entnehmen kann (Anatolischer Hirtenhund) ist der Ursprung dieser Hunderasse, soweit man in der Geschichte zurück blicken kann, Anadolu sprich Anatolien, somit ein Hund aus Kleinasien. Ausgrabungen am Euphrat, in der osttürkischen Provinz Malatya, brachten ein hethitisches (ca. 9.Jh.v.Chr.) Flachrelief hervor, welches große, doggenartige Hunde bei der Jagd zeigt. So geht Dr. Emil Hauk davon aus, dass die Hirtenhunde in Anatolien von diesen Jagdhunden aus Mesopotamien hervor gegangen sein könnten.

 

Der Kangal
und die verwirrenden Rassebezeichnungen.

An dieser Stelle möchte ich einige Anmerkungen zu den vielen verschiedenen, für einen Laien verwirrenden Rassebezeichnungen machen.
Da gibt es den,
Anatolischen Hirtenhund, Kangal, Akbash, Karabash, Karshund

Alle gehören zu den Herdenschutzhunden / Hirtenhunden in der Türkei.

Der Anatolischer Hirtenhund ist die tatsächliche Rassebezeichnung (FCI Standard 331). Unter dieser Rassebezeichnung findet man alle verschiedenen Schläge aus dem Herkunftsgebiet dieser Herdenschutzhunde (Türkei). Zum Beispiel kann der Anatolische Hirtenhund langes oder kurzes Fell besitzen und die Fellfarbe lässt viele Möglichkeiten zu. Auch die Knochenkonstruktion kann durchaus etwas variieren, je nach Umweltbedingungen und den Ansprüchen der Hirten.

  • Der Kangal ist beheimatet um das Dorf Kangal im Regierungsbezirk Sivas. Daher auch häufig die Bezeichnung Sivas Kangal. Sein Fell ist kurz-, stockhaarig, beige mit dunkler Maske. Sein Körperbau ist eher "Hochläufig".
  • Der Karabash, übersetzt Schwarzkopf (schwarze Maske) umschreibt die äußere Erscheinung. Dieser Anatolische Hirtenhund ist gleich dem Kangal, beige mit einer dunklen Maske.
  • Der Akbash, übersetzt bedeutet es soviel wie Weißkopf. Es ist der rein weiße Anatolische Hirtenhund und kann langes und kurzes Fell besitzen.
    In der Türkei bezeichnet man ihn auch gerne als Beyaz Kangal. (Weißer Kangal)
  • Der Karshund kommt aus dem Karstgebirge im Osten der Türkei und man sieht ihm seine Verwandtschaft mit den Kaukasischen Hirtenhunden an.

Es gibt aber noch viele andere Erscheinungsformen dieser Anatolischen Hirtenhunde. So habe ich diese Tiere in der Türkei auch in rot-bräunlicher Färbung oder gescheckt angetroffen.
Die unterschiedlichen Schläge ergeben sich aus den verschiedenen Umweltbedingungen in denen diese Hirtenhunde ihre Arbeit verrichten und aus den speziellen Ansprüchen der Hirten. So ist es für einen Hirtenhund in den Bergen, ein langes und dichtes Fell von großem Vorteil während auf den Hochebenen, z.B. um das Dorf Kangal, ein kurzes Fell besser ist. Hier ist auch der Sommer extrem heiß und trocken, ein langes Fell wäre dann einfach zu warm.
Ähnliches gilt für die Knochenkonstruktion. Im unwegsamen Gelände der Berge ist ein kompakt gebauter Hund wesentlich wendiger als ein hochläufiger Hund wie z.B. der “Kangal“, dessen "hochläufiger Körperbau" auf den flachen Hochebene um das Dorf Kangal größte Effektivität bei der Arbeit gewährleistet und sein kurz-, stockhaariges Fell sorgt für genügend "Kühlung" in den heißen, trockenen Sommermonaten..

Zusammengefasst kann man sagen, die Hunderasse Anatolischer Hirtenhund beinhaltet alle verschiedenen Schläge dieser Herdenschutzhunde in der Türkei und erlaubt auch die Paarung (Zucht) zwischen den verschiedenen Schlägen. Gerade diese Vielfalt des Anatolischen Hirtenhund und die erlaubte Paarung zwischen den verschiedenen Schlägen ermöglicht ein größtmögliches Gen-Potenzial, aus der geeignete Zuchthunde ausgewählt werden können.
Umgangssprachlich hat sich für diese Hirtenhunderasse der Name Kangal durchgesetzt.